Flaggen definieren Zugehörigkeit – zu einem Land, einem Verein, einer Orientierung, einer politischen Haltung. Aber jede Flagge zieht auch eine Grenze. Die transparente Flagge ist unser Versuch, das umzudrehen: eine Flagge, die verbindet statt abgrenzt. Wie die weisse Flagge steht sie für Frieden – aber ohne die Kapitulation. Sie will für den Frieden kämpfen.
Es gibt so viele Dinge, für die man sich einsetzen kann. Unser «Logo» zeigt nur neun willkürliche Anliegen. Die Liste ist lang und wächst. Jede dieser Bewegungen kämpft oft für sich. Schlimmer noch: Sie kämpfen gegeneinander. Um Aufmerksamkeit, um Legitimität, um die Frage, wer es «am schlimmsten» hat.
Das wird uns oft zum Verhängnis: Unsere Anliegen werden gegeneinander ausgespielt und plötzlich diskutieren wir nicht mehr über das eigentliche Thema, sondern darüber, welche Form von Aktivismus «richtig» ist oder ob XYZ «überhaupt dazu gehört».
Unser Ziel ist ein Aktivismus, der verbindet statt spaltet. Der anerkennt, dass dein Kampf nicht mein Feind ist. Dass wir gemeinsam mehr erreichen als getrennt. Und dass wir mit der transparenten Flagge auch für Themen einstehen können, die uns persönlich vielleicht nicht direkt betreffen. Wenn es allen besser geht, geht es auch dem Individuum besser. Das ist die Stärke der Solidarität.
Wir streben nach unmöglich erscheinenden Zielen. So ist der halbe Weg schon mehr als erwartet.